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Kurzübersicht

Rollatoren mit Unterarmauflagen entlasten Rheumahände effektiv.

Rollatoren mit Unterarmauflagen bieten eine wichtige Alternative für Rheumapatienten, da sie das Körpergewicht gleichmäßig verteilen und somit die Hand- und Handgelenke entlasten. Diese speziellen Gehhilfen sind besonders für Personen mit rheumatoider Arthritis, eingeschränkter Griffkraft und Schwellungen geeignet und können die Mobilität verbessern.

  • Unterarmauflagen reduzieren Druckbelastung auf Hände und Handgelenke.
  • Ideal für Rheumapatienten mit eingeschränkter Griffkraft oder Schmerzempfindlichkeit.
  • Wichtige Kaufkriterien sind Größe, Polsterung und Hilfsmittelnummer für Kostenerstattung.
Wer unter Rheuma leidet, weiß, wie stark schmerzende oder eingeschränkte Hände und Handgelenke den Alltag erschweren können. Herkömmliche Rollatoren belasten beim Abstützen oft genau diese empfindlichen Gelenke. Ein Rollator mit Unterarmstützen kann hier eine sinnvolle Alternative sein, da er das Körpergewicht auf die Unterarme verteilt und so Hände sowie Handgelenke entlastet. In diesem Beitrag erfährst du, für wen diese spezielle Rollator-Art geeignet ist, welche Vorteile sie bietet und worauf du beim Kauf achten solltest.

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Warum klassische Rollatoren bei Rheuma an ihre Grenzen stoßen

Standardrollatoren sind biomechanisch auf gesunde Handgelenke ausgelegt. Die Griffe werden mit der Handinnenfläche umschlossen, das gesamte Körpergewicht wird über die Handwurzelknochen und die Fingergrundgelenke abgeleitet.

Bei rheumatoider Arthritis, Psoriasis-Arthritis oder aktivierter Fingerpolyarthrose ist genau das problematisch: Die entzündeten Gelenkkapseln reagieren empfindlich auf punktuelle Druckbelastung, und die für Rheuma typische Ulnardeviation der Finger wird durch das feste Umgreifen der Griffe zusätzlich begünstigt.

Welche Gelenke sind bei der Rollatornutzung besonders betroffen?

Bei der Nutzung eines Rollators werden vor allem folgende Gelenke belastet:

  • Handgelenk: Es trägt einen großen Teil des Körpergewichts, das über die Griffe abgestützt wird.
  • Fingergrundgelenke: Die sogenannten MCP-Gelenke werden beim dauerhaften Umgreifen und Festhalten der Griffe stark beansprucht.
  • Daumensattelgelenk: Bei fortgeschrittener Arthrose kann auch dieses Gelenk durch die Griffhaltung zusätzlich gereizt werden.

Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie entwickeln bis zu 90 Prozent der Menschen mit rheumatoider Arthritis im Krankheitsverlauf Beschwerden an den Hand- und Fingergelenken. Bereits nach kurzen Gehstrecken können stechende oder ziehende Schmerzen auftreten, die bis in den Unterarm ausstrahlen.

Langfristig kann die dauerhafte Fehlbelastung bestehende Fehlstellungen verstärken und die Handfunktion weiter einschränken. Dadurch vermeiden manche Betroffene den Rollator trotz bestehender Gehunsicherheit zunehmend.

Warum verschlimmert Muskelschwäche das Problem zusätzlich?

Rheumatische Erkrankungen gehen häufig mit einer reduzierten Griffkraft einher, bedingt durch Muskelatrophie, Sehnenscheidenentzündungen oder Schmerzvermeidungsverhalten.

Eine vielzitierte Untersuchung von Nordenskiöld und Grimby (Scandinavian Journal of Rheumatology, 1993) zeigte, dass die Griffkraft bei Menschen mit rheumatoider Arthritis im Schnitt um 30 bis 60 Prozent unter der gesunder Vergleichsgruppen liegt. Ein normaler Rollator erfordert jedoch permanentes aktives Umgreifen, insbesondere beim Bremsen und Feststellen.

Genau hier setzt die Idee der Unterarmauflage an: Sie reduziert den Kraftaufwand, den die Hand selbst leisten muss, spürbar.

Wie Unterarmauflagen die Gelenke tatsächlich entlasten

Unterarmauflagen, auch als Armstützen oder Ellenbogenauflagen bezeichnet, verlängern die Griffkonstruktion um eine gepolsterte Fläche, auf der der Unterarm vom Handgelenk bis knapp unter den Ellenbogen aufliegt. Dadurch wird das Körpergewicht nicht mehr punktuell über die Hand, sondern flächig über den gesamten Unterarmknochen abgeleitet.

Welche biomechanischen Vorteile bringt die Unterarmauflage konkret?

Eine Unterarmauflage verteilt das Körpergewicht großflächiger und entlastet dadurch vor allem Hände und Handgelenke. Konkret ergeben sich folgende Vorteile:

  1. Geringere Druckbelastung am Handgelenk: Ein Teil des Körpergewichts wird über den Unterarm aufgenommen. Dadurch kann die punktuelle Belastung am Handgelenk je nach Körpergewicht, Gehgeschwindigkeit und Größe der Auflagefläche deutlich sinken.
  2. Vermeidung einer Überstreckung: Die Unterarmauflage hält das Handgelenk in einer günstigeren Position und reduziert die Überstreckung, die bei klassischen Rollatorgriffen häufig entsteht.
  3. Entlastung der Hand: Die Hand wird überwiegend zum Lenken und Bremsen benötigt, nicht zur vollständigen Gewichtsübernahme.
  4. Großflächigere Gewichtsverteilung: Das Prinzip entspricht der Belastungsverteilung bei Unterarmgehstützen, bei denen das Gewicht ebenfalls nicht ausschließlich über die Hände getragen wird.

Biomechanische Modellrechnungen gehen von einer Reduktion der punktuellen Druckbelastung am Handgelenk um etwa 30 bis 50 Prozent aus.

Für wen eignet sich ein gelenkschonender Rollator besonders?

Ein gelenkschonender Rollator mit Unterarmauflagen eignet sich besonders für:

  • Personen mit eingeschränkter Griffkraft: Die Hände müssen weniger Gewicht aufnehmen und werden hauptsächlich zum Lenken und Bremsen benötigt.
  • Menschen mit geschwollenen Finger- oder Handgelenken: Die größere Auflagefläche reduziert die punktuelle Belastung auf schmerzhafte Gelenke.
  • Patientinnen und Patienten nach Handoperationen: Die Unterarmauflage kann die operierte Hand während der Genesung entlasten.
  • Menschen mit Polyneuropathie: Bei vermindertem Gefühl oder eingeschränkter Kontrolle in den Händen bietet die großflächige Auflage zusätzliche Stabilität.
  • Personen mit instabilen Handgelenken oder Sturzangst: Die Unterarme liegen sicher auf, sodass die Hände weniger leicht von den Griffen abrutschen.

Ein Rollator mit Unterarmauflagen ist damit nicht nur komfortabler, sondern kann bei ausgeprägten Beschwerden eine medizinisch sinnvolle Unterstützung im Alltag sein.

Welche Rollator-Modelle mit Unterarmauflagen gibt es auf dem Markt?

Der Markt hat sich in den vergangenen Jahren spürbar ausdifferenziert. Neben reinen Nachrüstlösungen für bestehende Modelle existieren mittlerweile auch Rollatoren, bei denen die Armauflage bereits werkseitig integriert ist. Die folgenden Beispiele geben einen Überblick über tatsächlich erhältliche Modelle und ihre ungefähre Preislage im Sanitätsfachhandel.

ModellHerstellerBauform / BesonderheitRichtpreis (ca.)
Topro NeuroTopro (Norwegen)Werkseitig integrierte, höhenverstellbare Unterarmauflagen, entwickelt ursprünglich für neurologische Indikationen, auch bei Rheuma etabliert480–650 €
Rehasense Genius XLRehasense (Deutschland)Leichtbaurahmen ab 7,2 kg, verlängerte Griffhöhe bis 98 cm, Zubehör-Armauflagen nachrüstbar420–520 €
Dietz Kosmos 2 mit Armauflagen-KitBischoff & Bischoff (Deutschland)Nachrüstbares Auflagenset für Standardrahmen, stabile Klemmbefestigung350–430 €
Trionic Walker mit Forearm SupportTrionic (Schweden)Premium-Geländerollator mit Vollfederung, Unterarmauflage als Zubehörmodul950–1.250 €
Nachrüstsatz für Standardrollatoren (diverse Anbieter)Verschiedene Sanitätshaus-EigenmarkenAufsteckbare Polstermodule, universell kompatibel mit gängigen Rahmendurchmessern120–190 €

Die Preise sind Richtwerte aus aktuellen Angeboten des Sanitätsfachhandels (Stand 2024) und können je nach Region, Ausstattung und Kassenzuschuss abweichen. Bei der Auswahl solltest du nicht nur auf die Auflagefläche selbst achten, sondern auch auf die Verstellbarkeit der Höhe, da eine falsch eingestellte Armauflage die Fehlbelastung sogar verstärken kann.

Worin unterscheiden sich integrierte und nachrüstbare Lösungen?

Fest integrierte Systeme bieten in der Regel eine stabilere Verbindung und eine ergonomischere Formgebung, da sie von vornherein auf den Rahmen abgestimmt sind.

Nachrüstsätze sind dagegen kostengünstiger und eignen sich, wenn ein vorhandener Rollator weitergenutzt werden soll, etwa bei erst kürzlich diagnostiziertem Rheuma. Allerdings sitzen nachgerüstete Auflagen mitunter weniger stabil und sollten regelmäßig auf festen Halt überprüft werden.

Rollator mit Unterarmauflagen für große Menschen: Worauf kommt es bei der Größe an?

Gerade bei Rheuma spielt die korrekte Einstellung der Gehhilfe eine zentrale Rolle für die Gelenkgesundheit. Ist der Rahmen zu niedrig, kippt der Oberkörper nach vorne, was zusätzlichen Druck auf Handgelenke und Schultern erzeugt. Bei großgewachsenen Nutzerinnen und Nutzern verschärft sich dieser Effekt, weil der Hebelarm zwischen Schulter und Auflagefläche länger ist und dadurch mehr Drehmoment auf das Handgelenk wirkt.

Welche Maße solltest du vor dem Kauf prüfen?

Vor dem Kauf solltest du insbesondere folgende Maße kontrollieren:

  • Griffhöhe: Sie sollte bei aufrechtem Stand und locker herabhängendem Arm etwa auf Höhe der Handgelenksfalte liegen. Standardmodelle reichen häufig von etwa 78 bis 90 Zentimeter, XL-Varianten von rund 98 bis 105 Zentimeter.
  • Länge der Unterarmauflage: Die Auflagefläche sollte etwa 32 bis 35 Zentimeter lang sein. So liegt der Unterarm vollständig auf und der Ellenbogen ragt auch bei längeren Armen nicht über die Kante hinaus.
  • Rahmenbreite: XL-Modelle besitzen häufig einen Radstand von etwa 62 bis 65 Zentimeter statt rund 55 Zentimeter bei Standardmodellen. Das erhöht die Stabilität, benötigt aber mehr Platz.
  • Reifendurchmesser: Reifen mit 20 bis 24 Zentimeter Durchmesser bieten mehr Laufruhe auf unebenem Untergrund.
  • Maximale Belastbarkeit: Standardmodelle sind häufig bis etwa 130 Kilogramm ausgelegt, XL-Rahmen teilweise bis 150 Kilogramm.

Besonders bei Rollatoren mit Unterarmauflagen reicht es daher nicht aus, nur auf die Griffhöhe zu achten. Auch Auflagenlänge, Rahmenbreite, Reifengröße und Belastbarkeit müssen zur Körpergröße und zum Einsatzbereich passen.

Was passiert, wenn die Größe nicht passt?

Ein falsch eingestellter oder zu klein dimensionierter Rollator kann den gelenkschonenden Effekt deutlich verringern:

  • Rollator zu niedrig oder zu klein: Die gebeugte Körperhaltung erhöht die Belastung auf Hände und Handgelenke. Das Gewicht verlagert sich wieder stärker auf die vordere Handkante.
  • Unterarmauflage zu kurz: Der Ellenbogen ragt über die Auflage hinaus. Dadurch entsteht ein neuer Druckpunkt an der Ellenbogenkante, der bestehende Beschwerden wie eine Bursitis oder tennisarmähnliche Schmerzen verstärken kann.
  • Rahmen oder Auflagen unpassend: Die Gewichtsverteilung wird ungleichmäßig und die gewünschte Entlastung von Handgelenken und Armen fällt geringer aus.

Vor dem Kauf ist deshalb eine Anprobe im Sanitätshaus sinnvoll. Auch Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten können beurteilen, ob Rollatorhöhe, Auflagenlänge und Körperhaltung zur individuellen Gehmechanik passen.

Kostenübernahme und Hilfsmittelnummer: Was zahlt die Krankenkasse?

Rollatoren gehören grundsätzlich zu den Hilfsmitteln, die im Hilfsmittelverzeichnis der gesetzlichen Krankenversicherung gelistet sind. Für die Kostenübernahme ist eine ärztliche Verordnung notwendig, aus der die medizinische Notwendigkeit – etwa aufgrund von Rheuma, Arthrose oder eingeschränkter Gehfähigkeit – hervorgeht.

Wie findest du die passende Hilfsmittelnummer für deinen Rollator?

Rollatoren mit Unterarmauflagen sind in der Produktgruppe 10 (Gehhilfen) des Hilfsmittelverzeichnisses eingeordnet. Die genaue Hilfsmittelnummer variiert je nach Hersteller und Ausstattungsvariante, weshalb sich ein Blick in die Produktdatenblätter oder eine Nachfrage im Sanitätshaus lohnt.

Wichtig: Nicht jedes Modell mit Armauflage ist automatisch gelistet – bei individuell angefertigten oder importierten Sonderanfertigungen kann die Erstattung erschwert sein oder ganz entfallen.

Welche Unterlagen brauchst du für den Antrag?

Für den Antrag bei der Krankenkasse benötigst du in der Regel eine ärztliche Verordnung mit Diagnose, eine Kostenvoranschlagsbestätigung des Sanitätshauses sowie gegebenenfalls einen Nachweis über bereits erfolglos genutzte Standardmodelle.

Bei begründetem medizinischem Bedarf, etwa durch eine dokumentierte Handgelenksarthrose, übernehmen viele Kassen die Kosten vollständig, abzüglich der gesetzlichen Zuzahlung von in der Regel zehn Euro. Bei privat Versicherten richtet sich die Erstattung nach dem individuellen Tarif, weshalb eine vorherige Rücksprache mit der Versicherung sinnvoll ist.

Worauf solltest du beim Kauf eines gelenkschonenden Rollators achten?

Neben der Unterarmauflage selbst gibt es weitere Ausstattungsmerkmale, die bei Rheuma und Arthrose den Alltag erleichtern. Eine bewusste Kaufentscheidung berücksichtigt daher nicht nur die Griffkonstruktion, sondern das Gesamtkonzept der Gehhilfe.

Welche Zusatzfunktionen erleichtern die Bedienung mit eingeschränkter Handkraft?

Sinnvoll sind Feststellbremsen, die mit geringem Kraftaufwand per Handballen statt per Fingerdruck bedient werden können, sowie leichtgängige Lenkräder, die auch bei reduzierter Griffkraft eine präzise Steuerung ermöglichen.

Auch das Gesamtgewicht des Rollators spielt eine Rolle: Ein Modell unter 9 Kilogramm, wie es etwa der Rehasense Genius mit Aluminiumrahmen bietet, lässt sich beim Falten und Verladen deutlich leichter handhaben als schwerere Standardmodelle um 12 bis 14 Kilogramm.

Wie wichtig ist die Polsterung der Armauflage?

Die Qualität der Polsterung entscheidet maßgeblich über den Tragekomfort bei längeren Gehstrecken. Memory-Schaum oder Gel-Einlagen verteilen den Druck gleichmäßiger als einfache Kunststoffpolster und reduzieren punktuelle Druckstellen, die bei entzündeten Gelenken besonders schmerzhaft empfunden werden. Abnehmbare, waschbare Bezüge sind zudem hygienisch von Vorteil, gerade bei häufiger Nutzung im Alltag.

In welchen Schritten gehst du beim Kauf am besten vor?

Eine strukturierte Vorgehensweise hilft, Fehlkäufe und unnötige Rücksendungen zu vermeiden:

  1. Ärztliche Verordnung einholen: Lass die konkrete Diagnose und den Hilfsmittelbedarf dokumentieren. So lassen sich Hilfsmittelnummer und möglicher Kassenzuschuss frühzeitig klären.
  2. Mehrere Modelle ausprobieren: Teste mindestens zwei bis drei Rollatoren im Sanitätshaus und achte dabei besonders auf Griffhöhe, Länge der Unterarmauflage und Bedienbarkeit der Bremsen.
  3. Rückgabe- und Umtauschbedingungen prüfen: Frage vor dem Kauf ausdrücklich nach, ob und unter welchen Voraussetzungen ein Umtausch oder eine Rückgabe möglich ist.
  4. Gewähltes Modell fachlich beurteilen lassen: Kläre mit der behandelnden Rheumatologin, dem Rheumatologen oder einer physiotherapeutischen Fachperson, ob Auflagenhöhe und Körperhaltung zu deinem aktuellen Beschwerdebild passen.
  5. Einstellung regelmäßig kontrollieren: Bei schubweise verlaufenden Erkrankungen kann sich der Unterstützungsbedarf innerhalb weniger Monate verändern. Höhe und Position der Auflagen sollten deshalb bei Bedarf neu angepasst werden.

FAQ zum Thema: Rollator bei Rheuma

Was ist ein Rollator mit Unterarmauflagen genau?

Es handelt sich um eine Gehhilfe, bei der zusätzlich zu den klassischen Griffen gepolsterte Auflageflächen für den Unterarm angebracht sind. Diese verteilen das Körpergewicht flächig über den Unterarm statt punktuell über die Hand und entlasten dadurch Handgelenke und Fingergelenke deutlich.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für einen Rollator mit Unterarmauflagen?

Ja, sofern eine ärztliche Verordnung mit entsprechender Diagnose vorliegt und das Modell im Hilfsmittelverzeichnis unter einer passenden Hilfsmittelnummer gelistet ist. Die gesetzliche Zuzahlung beträgt in der Regel zehn Euro, bei Sonderanfertigungen kann die Erstattung abweichen.

Welche Rollatoren eignen sich für große Menschen?

Spezielle XL-Varianten wie der Topro Neuro oder der Rehasense Genius XL bieten Griffhöhen bis zu 105 Zentimetern und eignen sich für Nutzerinnen und Nutzer ab etwa 185 cm Körpergröße. Wichtig ist zudem eine ausreichend lange Unterarmauflage von mindestens 32 cm, damit der gesamte Arm bis zum Ellenbogen gestützt wird.

Wie unterscheidet sich ein Rollator mit Unterarmauflagen von einem normalen Deltarad-Rollator?

Ein Deltarad-Rollator mit drei Rädern ist primär auf Wendigkeit in engen Räumen ausgelegt, verfügt aber meist über Standardgriffe ohne Armauflage. Für Rheumapatientinnen und -patienten ist die vierrädrige Variante mit Unterarmauflagen in der Regel geeigneter, da sie mehr Stabilität und eine größere Auflagefläche bietet.

Kann ich meinen bestehenden Rollator mit Unterarmauflagen nachrüsten?

In vielen Fällen ja, sofern der Rahmen des vorhandenen Modells kompatible Befestigungspunkte bietet, wie es beispielsweise bei Nachrüstsätzen für den Dietz Kosmos 2 der Fall ist. Nachrüstsätze sind eine kostengünstige Zwischenlösung ab etwa 120 €, bieten jedoch meist weniger Stabilität als werkseitig integrierte Systeme.

Fazit: Unterarmauflagen entlasten Gelenke und erhöhen die Sicherheit

Rheuma und Arthrose verändern die Anforderungen an eine Gehhilfe grundlegend – ein Standardrollator, der auf gesunde Handgelenke ausgelegt ist, kann bestehende Beschwerden sogar verstärken. Ein Rollator mit Unterarmauflagen setzt genau an diesem Problem an, indem er die Druckbelastung von den kleinen Hand- und Fingergelenken auf den gesamten Unterarm verteilt – biomechanischen Modellrechnungen zufolge um bis zu 50 Prozent.

Wer vor dem Kauf auf passende Größe, insbesondere die Länge der Auflagefläche, hochwertige Polsterung und eine korrekte Hilfsmittelnummer für die Kostenerstattung achtet, sichert sich eine spürbar gelenkschonendere und alltagstaugliche Mobilitätslösung.